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Was ist eine Rechnung? Definition, Pflichtangaben und Arten

Eine Rechnung ist ein Dokument, das ein Verkäufer einem Käufer nach der Lieferung von Waren oder Erbringung einer Dienstleistung ausstellt. Sie begründet die Zahlungspflicht und ist eine gesetzlich geforderte Buchungsunterlage.

Von Noam · 7. Juli 2026

Eine Rechnung ist eines der grundlegenden Dokumente im Geschäftsverkehr. Dabei geht was ist eine Rechnung über eine schlichte Zahlungsaufforderung hinaus: Sie ist gleichzeitig Buchungsbeleg, steuerrechtliches Dokument und im B2B-Bereich in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben.

Dieser Artikel erklärt, was eine Rechnung im rechtlichen Sinne ist, welche Pflichtangaben sie enthalten muss, welche Rechnungsarten es gibt und wie sie sich von einer Quittung unterscheidet. Klar, vollständig, praxisnah.

Was ist eine Rechnung? Die Definition

Eine Rechnung ist ein schriftliches Dokument, das ein Unternehmen oder eine selbstständige Person nach der Erbringung einer Leistung oder Lieferung eines Produkts an den Auftraggeber oder Käufer ausstellt. Sie fordert zur Zahlung eines bestimmten Betrags auf und dokumentiert die Transaktion für beide Seiten.

Im deutschen Steuerrecht ist die Rechnung Definition in § 14 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) verankert. Danach ist eine Rechnung jedes Dokument, mit dem eine Lieferung oder sonstige Leistung abgerechnet wird, gleichgültig wie dieses Dokument bezeichnet wird. Entscheidend sind Inhalt und Funktion, nicht die Bezeichnung.

Zwischen Unternehmern ist die Ausstellung einer Rechnung grundsätzlich verpflichtend. Bei Leistungen an Privatpersonen gilt dies nur für bestimmte Bereiche, etwa im Bauhandwerk oder auf ausdrücklichen Wunsch des Kunden.

Welche Pflichtangaben muss eine Rechnung enthalten?

Hier liegt der Kern des deutschen Rechnungsrechts. Eine fehlende oder falsche Pflichtangabe kann den Vorsteuerabzug beim Empfänger gefährden, was im B2B-Bereich erhebliche finanzielle Folgen haben kann. Die Pflichtangaben nach § 14 UStG:

  • Vollständiger Name und Anschrift des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers.
  • Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Ausstellers.
  • Ausstellungsdatum der Rechnung.
  • Fortlaufende Rechnungsnummer, die einmalig vergeben wird und keine Lücken aufweisen sollte.
  • Menge und Art der gelieferten Gegenstände oder Umfang und Art der sonstigen Leistung: präzise, nicht als Sammelbegriff.
  • Zeitpunkt der Lieferung oder Leistung (kann mit dem Rechnungsdatum übereinstimmen, muss aber angegeben werden).
  • Nettobetrag, aufgeteilt nach Steuersätzen (7 % oder 19 %).
  • Anzuwendender Steuersatz sowie der auf das Entgelt entfallende Steuerbetrag.
  • Gesamtbetrag (Brutto).

Für Kleinunternehmer nach § 19 UStG gilt eine Sonderregel: Sie sind von der Umsatzsteuer befreit und müssen stattdessen den Hinweis aufnehmen, dass keine Umsatzsteuer berechnet wird ("Kein Umsatzsteuerausweis gemäss § 19 UStG").

Rechnung vs. Quittung: Was ist der Unterschied?

Viele verwechseln die beiden Begriffe. Der Unterschied ist grundlegend.

Eine Rechnung wird vor dem Zahlungseingang ausgestellt. Sie begründet die Zahlungspflicht und fordert zur Begleichung auf. Eine Quittung (oder Kassenbon) wird nach dem Zahlungseingang ausgestellt. Sie bestätigt, dass die Zahlung erfolgt ist.

Beide Dokumente beziehen sich auf dieselbe Transaktion, können sich aber nicht gegenseitig ersetzen. Im gewerblichen Bereich wird die Rechnung zuerst ausgestellt; die Quittung folgt nach Zahlungseingang auf Anforderung.

Die wichtigsten Rechnungsarten

Nicht jede Rechnung ist gleich. Hier sind die Arten, die Sie im Alltag am häufigsten benötigen:

Standardrechnung

Die klassische Rechnung nach Lieferung oder Leistungserbringung. Sie begründet die Zahlungspflicht und muss zehn Jahre aufbewahrt werden.

Proforma-Rechnung

Die Proforma Rechnung wird vor der eigentlichen Lieferung oder Leistung ausgestellt. Sie hat den äusseren Anschein einer regulären Rechnung, begründet aber keine Zahlungspflicht. Typische Anwendungsfälle: Angebote für Kunden, die interne Freigabeprozesse durchlaufen müssen, oder Dokumente für Zollzwecke. Eine Proforma-Rechnung darf nicht in der Buchführung als reguläre Eingangs- oder Ausgangsrechnung gebucht werden.

Gutschrift (Korrekturrechnung)

Die Gutschrift Rechnung, auch Korrekturrechnung oder Stornorechnung genannt, wird ausgestellt, wenn eine vorhandene Rechnung korrigiert oder storniert werden muss. Eine bereits ausgestellte Rechnung darf nicht einfach gelöscht werden. Die Gutschrift gleicht den Betrag aus und dokumentiert die Korrektur in der Buchführung beider Parteien.

Abschlagsrechnung

Bei grösseren Projekten ermöglicht die Abschlagsrechnung, Teilbeträge während des Projektverlaufs abzurechnen. Sie verbessert die Liquidität und reduziert das finanzielle Risiko bei längeren Aufträgen. Am Ende des Projekts folgt eine Schlussrechnung, die alle geleisteten Abschläge verrechnet.

Dauerrechnung

Für Dauerschuldverhältnisse wie Mietverträge oder Servicepauschalen kann eine Dauerrechnung ausgestellt werden. Sie gilt für einen definierten Zeitraum und ersetzt monatlich neue Rechnungen, solange sich die Leistung und der Betrag nicht ändern.

Rechnungsmuster: ein konkretes Beispiel

Hier ist ein vereinfachtes Rechnung Muster mit den wichtigsten Feldern:

FeldBeispielwert
RechnungsnummerRE-2026-042
Ausstellungsdatum7. Juli 2026
Leistungsdatum5. Juli 2026
Fälligkeitsdatum21. Juli 2026
AusstellerMax Müller Consulting, Musterstraße 1, 10115 Berlin, USt-IdNr. DE123456789
EmpfängerAcme GmbH, Hauptstraße 10, 80331 München
LeistungsbeschreibungMarkenberatung, 1 Tag, 1.200,00 Euro netto
Nettobetrag1.200,00 Euro
Umsatzsteuer (19 %)228,00 Euro
Gesamtbetrag1.428,00 Euro
ZahlungsbedingungenBanküberweisung, 14 Tage netto, Verzugszinsen 9 % über Basiszinssatz

Eine vollständige, klar strukturierte Rechnung wird in der Regel schneller bezahlt. Rechnungen mit fehlenden Angaben landen häufig in der Warteschleife der Buchhaltung des Empfängers.

Wann verjährt eine Rechnung?

Eine häufig gestellte Frage, besonders wenn Kunden nicht zahlen. Die Antwort: Die regelmässige Verjährungsfrist für Zahlungsforderungen beträgt in Deutschland drei Jahre, gemäss § 195 BGB. Die Frist beginnt am Ende des Jahres, in dem die Forderung entstanden ist.

Das bedeutet: Eine Rechnung vom März 2024 verjährt am 31. Dezember 2027. Bis zu diesem Datum können Sie die Zahlung einfordern oder rechtliche Schritte einleiten. Nach Ablauf der Verjährungsfrist kann der Schuldner die Zahlung verweigern, ohne dass dies rechtliche Konsequenzen hat.

Wichtig: Die Verjährung wird unterbrochen, wenn Sie eine Mahnklage einreichen, einen gerichtlichen Mahnbescheid beantragen oder der Schuldner die Schuld schriftlich anerkennt. Für bestimmte Branchen oder bei vertraglichen Vereinbarungen können kürzere oder längere Fristen gelten. Im Zweifelsfall lohnt sich eine Beratung durch einen Rechtsanwalt oder Steuerberater.

Voila für die Rechnungsstellung unterwegs

Alle Pflichtangaben bei jeder Rechnung korrekt zu erfassen, erfordert Disziplin, besonders wenn man mehrere Kunden gleichzeitig betreut. Voila ist eine der verfügbaren Lösungen für iPhone: Die App vergibt Rechnungsnummern automatisch, berechnet die Umsatzsteuer und führt Sie durch alle Pflichtfelder, bevor Sie die Rechnung absenden. Entwickelt für Freiberufler und Kleinunternehmen, die auch unterwegs professionell abrechnen möchten.

Die App ist noch nicht im App Store verfügbar, aber Sie können sich auf der Voila Vorabzugang-Liste eintragen und werden als Erstes informiert, sobald sie verfügbar ist.

Bis dahin gilt: Was ist eine Rechnung ist keine theoretische Frage, sondern ein Handwerkszeug. Wer die Pflichtangaben kennt, korrekte Rechnungen ausstellt und zeitnah nach der Leistung fakturiert, verbessert nicht nur seine Rechtssicherheit, sondern auch die eigene Liquidität.

Über den Autor

Noam

Noam berichtet über bewährte Rechnungspraktiken, Zahlungsbedingungen, Steuer- und Mehrwertsteuer-Grundlagen, Rechnungsvorlagen und Produktneuheiten für Freelancer und kleine Unternehmen.

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Rechnung?
Eine Rechnung ist ein Dokument, das ein Verkäufer oder Dienstleister nach der Leistungserbringung ausstellt, um Zahlung vom Käufer oder Auftraggeber zu fordern. Sie begründet eine Zahlungspflicht und ist ein gesetzlich vorgeschriebener Buchungsbeleg für beide Parteien.
Welche Pflichtangaben muss eine Rechnung enthalten?
Eine ordnungsgemässe Rechnung muss laut Umsatzsteuergesetz (§ 14 UStG) mindestens folgende Angaben enthalten: vollständiger Name und Anschrift beider Parteien, Steuernummer oder USt-IdNr., Ausstellungsdatum, fortlaufende Rechnungsnummer, Beschreibung der Leistung oder Lieferung, Nettobetrag, Steuersatz und -betrag sowie den Gesamtbetrag. Bei Kleinunternehmern gelten vereinfachte Regeln nach § 19 UStG.
Was ist eine Proforma-Rechnung?
Eine Proforma-Rechnung ist ein vorläufiges Dokument, das vor der tatsächlichen Lieferung oder Leistung ausgestellt wird. Sie enthält dieselben Angaben wie eine echte Rechnung, begründet aber keine Zahlungspflicht und darf nicht in der Buchführung als reguläre Rechnung verbucht werden.
Wann verjährt eine Rechnung?
Die regelmässige Verjährungsfrist für Rechnungsforderungen beträgt in Deutschland drei Jahre gemäss § 195 BGB. Die Frist beginnt am Ende des Jahres, in dem die Forderung entstanden ist. Bei Handelsgeschäften oder vertraglich vereinbarten Fristen können abweichende Regelungen gelten.